Kachelöfen Historie

Die gemauerte Feuerstelle ist keine Erfindung der Neuzeit sondern Bestandteil der menschlichen Kultur von Anfang an.
Das Feuer ermöglichte es unseren Vorfahren in den kalten Norden vorzudringen. Es bot Schutz, Wärme und wurde zum Zubereiten der Nahrung genutzt. Im Laufe der Zeit entstand eine angeborene Faszination die auch den heutigen Menschen noch inne ist.

In den kühlen Bergen der Voralpen, der Schweiz und des Schwarzwaldes entwickelte sich vor etwa 500 Jahren die Urform des heutigen Kachelofens. Ein gewölbter Brennraum wurde mit Steinen oder auch glasierten Ofenkacheln verkleidet. Diese Öfen sind zum Teil bis heute funktionsfähig. Im Unterschied zu Norddeutschland, Frankreich und England wurde in den Bergen immer der aus Schamott und Keramik erstellte Kachelofen bevorzugt. Er ist besonders geeignet für das schnell abbrennende Holzfeuer, da er die Wärme lange Zeit speichert und eine milde Wärme abgibt. Für Kohlebrand haben sich im Flachland Öfen aus Eisen durchgesetzt.

Im Zuge der Umstellung vieler Heizungen auf Öl, das von 1955 - 1974 für 10 Pfennig/Liter zu haben war, ist die Kunst des Ofenbaus in weiten Teilen verloren gegangen. Nur in den kalten Bergregionen und im Nord-Osten Europas haben die Menschen trotz allem die angenehme Wärme des Kachelofens geschätzt und gemauerte Kachelöfen in Ihre Wohnungen bauen lassen. Dadurch konnte sich hier die Kunst des Ofenbaus weiterentwickeln und verfeinern.

Mit der ersten Ölkrise 1982 wurden Öfen wieder gefragt und junge Fachkräfte ausgebildet. Diese sind heute unersetzlich für den Bau der komplexen Ofen.

In jüngster Zeit hat Ceranglas es ermöglicht, dass der Ofen nicht nur wärmt, sondern auch das Feuer im Innern wieder sichtbar wird. Aus Ofen und Kamin wurde ein Kaminofen mit den Vorteilen beider Bauweisen. Der Ofen hatte jetzt ein Fenster.

In den letzten 10 Jahren wurden die Sensibilität für Schadstoffe deutlich höher. Die Politik legte Grenzwerte für Schadstoffe fest. Abgaswerte wurden gemessen. Hier stellte sich heraus, dass der gute alte Kachelofen modernen Konstruktionen aus Metall weit überlegen ist. Die Computertechnik wird eingesetzt um Verbrennungsabläufe zu optimieren und jeden Ofen an Kamin, Gebäude und Wärmebedarf anzupassen. Dadurch ist ein moderner Kachelofen zur idealen Feuerstelle für Holzbrand geworden.

Die Unsicherheiten am Energiemarkt haben dazu geführt, dass der Wärmebedarf von Häusern stark reduziert wurde. Dämmstoffe und wesentlich verbesserte Fenster habe den Energiebedarf eines modernen Hauses auf 1/10 dessen was vor 30 Jahren üblich war reduziert. Dadurch kann ein Kachelofen, der früher ein Zimmer erwärmte jetzt zehn Zimmer beheizen. Der Kachelofen wurde wieder zur Gebäudeheizung. Innerhalb der letzten 8 Jahre wurde in Zusammenarbeit mit Österreichischen Ofensetzen das Heiko System entwickelt. Der Kachelofen kombiniert mit einer Solaranlage wird zur Vollheizung für viele neue Häuser und bietet eine Alternative zu Öl, Gas oder Strom.

Das alte Grundprinzip bewährt sich immer noch. Moderne Materialen ergänzen den alten Grundofen. Computer übertragen alte Erfahrungswerte auf jeden neuen Ofen. Die alte Verbindung zwischen Mensch und Feuer ist wieder lebendig.

 
 

 
 
Datum der letzten Änderung 29.04.2009